Planungs- & Beteiligungsverfahren

Ziel des Verfahrens ist es, einen Entwurf und ein urbanes Nutzungskonzept zu erarbeiten, das auf eine breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit stößt.
Dafür ist es besonders wichtig, die Öffentlichkeit schon frühzeitig in das Verfahren einzubeziehen. Das entwickelte Beteiligungskonzept soll eine größtmögliche Transparenz und eine Einbindung der Öffentlichkeit in die Entscheidungsfindung sicherstellen.
Das Beteiligungsverfahren umfasst folgende Bausteine:

Informationsveranstaltung

Auf der Informationsveranstaltung werden neben dem Planungsanlass und den Informationen zum Grundstück auch die weiteren Beteiligungsmöglichkeiten vorgestellt.

Abstimmung über die Auswahl der teilnehmenden Architekturbüros
Vorgesehen ist, aus einer Liste lokal ansässiger Architekturbüros über die am weiteren Verfahren (Workshop und Gutachterverfahren) teilnehmenden Büros abzustimmen. Die Abstimmung wird nach der Informationsveranstaltung über diese Website erfolgen. Für die Öffentlichkeit besteht die Möglichkeit unter den zehn Büros für ein geeignetes Büro zu stimmen. Ein Büro wird durch den Eigentümer ergänzt, eines durch das Bezirksamt Altona und eines von Seiten des Oberbaudirektors, so dass insgesamt vier Architekturbüros das Verfahren begleiten werden. Die Architekturbüros werden am anschließenden Workshop teilnehmen und letztendlich in einem Gutachterverfahren auf der Grundlage der mit der interessierten Öffentlichkeit erarbeiteten Ideen Bebauungskonzepte für das Grundstück erarbeiten.

Workshop

Der Workshop mit der interessierten Öffentlichkeit und den gewählten Architekten dient der Klärung der Rahmenbedingungen für das anschließende Gutachterverfahren. Zu unterschiedlichen Themen werden an Thementischen (ua. zur Nutzung / Kubatur / Gestaltung / öffentlichem Raum) Vorschläge erarbeitet, die in die Aufgabenstellung für die Architekten einfließen.

Verfahrensbegleiter/innen
Auf der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, sich als Sachpreisrichter*in für das weitere Verfahren zu bewerben und das Verfahren bis zur Jurysitzung zu begleiten. Die Aufgabe des/r Sachpreisrichter*in ist es, im Gutachterverfahren die Meinung der Öffentlichkeit zu vertreten. Die Wahl der insgesamt zwei Verfahrensbegleiter*innen sowie zwei Stellvertreter*innen erfolgt per Losverfahren auf der Workshop-Veranstaltung.
Um sicherzustellen, dass die Themen des Workshops im Sinne der Workshopteilnehmer*innen in den Auslobungstext umgesetzt werden, gibt es im Anschluss an den Workshop einen Nachlesetermin, an dem die Verfahrensbegleiter teilnehmen können. Zudem wird den zwei Verfahrens-begleitern als Sachpreisrichter*in ein Stimmrecht bei der Jurysitzung zugesprochen.

Gutachterverfahren

Im Rahmen des Gutachterverfahrens bekommen die ausgewählten Architekturbüros die Aufgabe, die Ideen, die gemeinsam mit der Öffentlichkeit auf dem Workshop erarbeitet wurde, bestmöglich planerisch umzusetzen. Dafür werden alle notwendigen Rahmenbedingungen in der Auslobung festgehalten. Die Architekten haben ca. 8 Wochen Zeit, einen Entwurf zu erarbeiten.Diese werden anschließend formal geprüft und von Sachverständigen seitens des Bezirksamts, des Bauherren und der Verfahrensbetreuer einer sogenannten Vorprüfung unterzogen.
Die Vorprüfung umfasst dabei insbesondere die Einhaltung der vorgegeben Aufgabenstellungen und der Kennzahlen.
Die Vorprüfergebnisse werden in einem Bericht zusammengefasst, der der Jury als Arbeitsgrundlage zur Entscheidungsfindung zur Verfügung gestellt wird.

Jurysitzung
Die aus Fachpreisrichter*innen (Freischaffende Architekten bzw. Stadtplaner*innen), Sachpreisrichter*innen (u.A. die Verfahrensbegleiter*innen) werden bei der Preisgerichtsitzung über die Entwürfe abstimmen und eine Entscheidung über den besten der eingereichten Entwürfe und Nut-zungskonzepte treffen.
Das Entscheidungsgremium umfasst insgesamt ca. stimmberechtigte 15 Personen. Dabei ist wichtig, dass eine ungleiche Anzahl an Fach- und Sachpreisrichtern vorliegt, wobei die Fachpreisrichter in der Überzahl sind. Bei einer Jury mit 15 Stimmberechtigten sind demzufolge acht Fachpreisrichter*innen und sieben Sachpreisrichter*innen beteiligt. Jede/r der Preisrichter*innen hat wiederum eine/n Stellvertreter*in, die im Vorhinein benannt sind und bei Abwesenheit die Stimme übernehmen.
Die Jury wählt zu Beginn der Sitzung eine/n Vorsitzende/n, die/der durch die Jurysitzung führt.
Das Verfahren wird anonym durchgeführt. Das bedeutet, dass der Jury die Verfasser der einzelnen Entwürfe nicht bekannt sind. Zwar kennen sie die Teilnehmer*innen des Verfahrens, nicht aber, wer welchen Entwurf eingereicht hat. Erst nach Festlegung der Rangfolge und Ernennung der Preisträger wird die Anonymität aufgehoben.
Abgestimmt wird in Rundgängen. Zunächst werden die Entwürfe in einem Informationsrundgang durch die Verfahrensbegleiter, welche die Entwürfe formal und inhaltlich geprüft haben, der Jury vorgestellt. Die Jury entscheidet nun, ob alle Entwürfe für die Entscheidung zugelassen werden.
Anschließend folgt ein erster Rundgang, indem die Preisrichter/innen die Stärken und Schwächen der Arbeit beschreiben. Für ein Ausscheiden einer Arbeit benötigt es seitens der Jury eine Einstimmigkeit. Bei allen Abstimmungen haben die Stimmen das gleiche Gewicht. Die Stimme eines Verfahrensbegleiter*innen der/die als Sachpreisrichter*in in das Verfahren eingebunden ist, ist gleichwertig mit denen des Bauherren oder des Oberbaudirektors (sollte dieser teilnehmen).
Im zweiten Rundgang werden wiederum die Entwürfe von der Juroren vorgestellt und anschließend abgestimmt. Es bedarf nun erneut einer einstimmigen Mehrheit.
Erst anschließend wird die Rangfolge, wiederum nach Abwägung der Argumente für bzw. gegen einen Entwurf, festgelegt und die Preisträger ernannt.